Mit Hörsystemen sozialer Isolation vorbeugen

03.06.2019

Hörgeräte tragen zu sozialer Teilhabe und mehr Lebensqualität bei. Dies ist umso wichtiger, als die Weltgesundheitsorganisation in ihren „Leitlinien zur Verringerung des Risikos eines Abbaus der kognitiven Fähigkeiten und einer Demenzerkrankung“ soziale Isolation und kognitive Inaktivität als potenzielle Risikofaktoren benannt hat.

Laut WHO leiden weltweit fast 50 Millionen Menschen an Demenz, allein in der europäischen Union soll es etwa zehn Millionen Menschen sein. In den nächsten Jahren, so wird erwartet, steigen die Zahlen aufgrund der alternden Bevölkerung weltweit auf bis zu 75 Millionen Menschen an. Das führe zu erhöhten Kosten für Regierungen, Gemeinden, Familien und Einzelpersonen und zu Produktivitätsverlusten für die Volkswirtschaften. Ganz zu schweigen vom menschlichen Leid. Obwohl das Alter als größter Risikofaktor für das große Vergessen gilt, ist Demenz keine natürliche oder unvermeidliche Folge des Alterns. Laut WHO haben aktuelle Studien einen Zusammenhang zwischen der Entwicklung von kognitiven Beeinträchtigungen und Demenz mit Risikofaktoren gezeigt, die viel mit dem Lebensstil zu tun haben. Dazu gehören körperlicher Inaktivität, Rauchen, ungesunde Ernährung und schädlicher Alkoholkonsum. Auch Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes, Hypercholesterinämie, Fettleibigkeit oder Depression können das Risiko erhöhen.

Als weitere, wichtige und „potenziell veränderbare Risikofaktoren“ wurden soziale Isolation und kognitive Inaktivität identifiziert. Das sehen auch deutsche Ärzte so.  „Die soziale Isolierung und die fehlenden Anregungen durch die Umwelt könnten langfristig dazu führen, dass Menschen mit Hörstörungen sich geistig nicht mehr so gut entfalten können und deshalb schneller abbauen“, berichtete Privatdozentin Dr. med. Christiane Völter von der Ruhr-Universität Bochum in einer Stellungnahme der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie e.V. (DGHNO KHC).

Auch international ist man von der Bedeutung des Hörens für die Demenzprävention überzeugt. Die renommierte internationale Fachzeitschrift „Lancet“ etwa sieht Hörverlust im mittleren Alter mit neun Prozent sogar als größten Risikofaktor für Demenz und kognitiven Abbau im Alter, noch vor Bluthochdruck (2 Prozent) und Fettleibigkeit (1 Prozent). Ein Hörverlust führt demnach nachweislich zu sozialer Isolation, deren Folge eine höhere Mortalität sei.

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